📝 Die Geschichte auf einen Blick
- Ursprünglich wurde das synthetische Medikament Gabapentin zur Behandlung von Epilepsie zugelassen. Heute wird es häufig außerhalb der zugelassenen Indikation zur Behandlung chronischer Schmerzen verschrieben, obwohl die Beweise begrenzt sind und Sicherheitsbedenken zunehmen.
- Die Studie fand heraus, dass chronische Rückenschmerzpatienten mit sechs oder mehr Gabapentin-Verschreibungen ein um 29% erhöhtes Risiko für Demenz und ein um 85% höheres Risiko für milde kognitive Beeinträchtigungen hatten.
- Eine frühere taiwanesische Studie brachte Gabapentin und Pregabalin mit einem um 45% erhöhten Demenzrisiko in Verbindung, wobei jüngere Erwachsene besonders anfällig waren und höhere Dosen die Risiken verstärkten.
- Zu den weiteren bekannten Nebenwirkungen gehören Benommenheit, Schwindelgefühle, Sedierung, psychische Störungen, Atemdepression sowie Entzugssymptome, vor allem bei älteren Menschen, Mehrfachmedikamentennutzern oder Personen mit früherem Drogenkonsum.
- Natürliche Ansätze zur Schmerzlinderung, darunter Bewegung, Stärkung der Rumpfmuskulatur, weniger Sitzen und Ernährungsumstellungen, können chronische Rückenschmerzen effektiv lindern, ohne die Risiken einer langfristigen Medikamenteneinnahme. DMSO dient als zusätzliche Hilfe
🩺Von Dr. Mercola
Chronische Schmerzen betreffen über 51 Millionen Erwachsene in den Vereinigten Staaten und beeinträchtigen die tägliche Funktionsfähigkeit, die psychische Gesundheit sowie die Lebensqualität. Angesichts des wachsenden Drucks zur Einschränkung von Opioiden treten andere Arzneimittel an ihre Stelle. Gabapentin ist unter den verfügbaren Optionen eine der meistgenutzten Medikamene zur langfristigen Schmerztherapie, mit jährlich rund 70 Millionen Verschreibungen.
Obwohl Gabapentin ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie entwickelt wurde, wird es heute routinemäßig bei verschiedenen chronischen Erkrankungen verschrieben, insbesondere bei neuropathischen Schmerzen. Wer an Neuropathie, Fibromyalgie oder chronischen Rückenschmerzen mit nervlicher Beteiligung leidet, erhält oft Gabapentin als Behandlung. Je mehr Menschen Gabapentin einnehmen, desto mehr Bedenken kommen auf.
Sowohl Patienten als auch Ärzte berichten über Veränderungen von Gedächtnis, Konzentration und allgemeiner geistiger Klarheit im Laufe der Zeit, was Fragen zu den Auswirkungen von Gabapentin über die Schmerzbehandlung hinaus aufwirft. Ein Beispiel liefert eine aktuelle Studie, veröffentlicht im Journal Regional Anesthesia and Pain Medicine, die zeigt, dass dieses Medikament, ursprünglich zur Beruhigung überaktiver Nervensignale entwickelt, auch die geistige Schärfe mindert – Auswirkungen, die erst allmählich verstanden werden.
Was ist Gabapentin und wie wurde es so weit verbreitet?
Die synthetische Verbindung Gabapentin wurde in den 1990er-Jahren als Zusatzmedikament zur Behandlung partieller Anfälle entwickelt. Es gehört zu einer Medikamentenklasse namens Gabapentinoide, zu der auch Pregabalin (Lyrica) und Mirogabalin zählen.
Obwohl Gabapentin strukturell Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ähnelt, dem wichtigsten beruhigenden Neurotransmitter des Gehirns, nutzt es einen anderen Wirkmechanismus. Gabapentin hat sich über die Jahre von einem Nischenprodukt der Neurologie zu einer weit verbreiteten Option für chronische Schmerzen gewandelt, wobei aggressive Marketingkampagnen diesen Wandel stark beeinflussten.
• Gabapentin wirkt durch die Modulation von Calciumkanälen — Gabapentin wirkt anders als GABA: Es bindet weder an GABA-Rezeptoren noch verstärkt es die GABA-Signale. Stattdessen bindet es an die Alpha-2-Delta-Untereinheit spannungsgesteuerter Calciumkanäle im zentralen Nervensystem. Auf diese Weise wird die Freisetzung von erregenden Botenstoffen wie Glutamat und Noradrenalin reduziert, wodurch übermäßige Nervensignale gedämpft werden.
• Eine starke Marketingoffensive trug dazu bei, dass das Medikament auch für nicht zugelassene Anwendungen verschrieben wurde — Mit wachsendem Interesse an Gabapentin startete der Hersteller Pfizer eine aggressive Kampagne, um das Medikament über seinen zugelassenen Einsatz hinaus zu bewerben. Fokus der Kampagne war es, Mediziner dazu zu bewegen, Gabapentin auch für nicht zugelassene Anwendungsgebiete wie Migräne, Angststörungen, bipolare Störungen und chronische Schmerzen zu verschreiben.
• Trotz rechtlicher Konsequenzen wurde Gabapentin zu einem festen Bestandteil der Behandlung chronischer Schmerzen — Diese Werbemaßnahmen mündeten schließlich in einer Bundesuntersuchung, die Belege dafür lieferte, dass das Unternehmen das Medikament illegal für nicht zugelassene Indikationen förderte. Das Verfahren führte zu einer Strafe von fast einer Milliarde Dollar (eine der größten Strafen zu jener Zeit), doch die Praxis hatte Gabapentin längst als festen Bestandteil der Schmerztherapie etabliert.
Trotz mangelnder wissenschaftlicher Grundlage für viele dieser Einsatzgebiete ist die langfristige Verschreibung inzwischen zur Norm geworden. Oft bleibt Gabapentin über Jahre hinweg die verschriebene Therapie, ohne dass eine formale Neubewertung stattfindet, und Dosisanpassungen erfolgen nur selten, auch wenn der Nutzen unklar bleibt.
• Der Missbrauch von Gabapentin nimmt zu — Obwohl Gabapentin häufig als nicht süchtig machend beschrieben wird, wird es besonders bei Personen mit einer Vorgeschichte von Substanzmissbrauch häufig missbraucht. Oft wird Gabapentin in hohen Dosen verwendet, um einen Rauschzustand oder Sedierung zu erzielen, was es in seiner Wirkung Opioiden oder Benzodiazepinen ähnelt. Bis zu 22 % der Personen mit Opioidabhängigkeit berichten von missbräuchlicher Einnahme von Gabapentin.
Die zunehmende Anwendung hat auch die Besorgnis über die langfristigen Auswirkungen dieser Medikamente auf das Gehirn verstärkt, vor allem bei Patienten, die sie kontinuierlich und ohne regelmäßige Überprüfung einnehmen.
Gabapentin und das Risiko für Demenz bei Patienten mit chronischen Schmerzen
Die untersuchte Studie beleuchtet, ob eine häufige Einnahme von Gabapentin das Risiko für kognitive Verschlechterung bei Erwachsenen mit chronischen Rückenschmerzen steigert. Anhand von Gesundheitsaufzeichnungen aus den Jahren 2004 bis 2024 untersuchten die Forscher, wie oft Gabapentin verschrieben wurde und ob die Patienten später an Demenz oder leichter kognitiver Beeinträchtigung litten.
• Mehr als 26.000 Erwachsene wurden über abgestimmte Gruppen hinweg beobachtet — In der Untersuchung wurden medizinische Akten von Erwachsenen mit chronischen Rückenschmerzen berücksichtigt, die weder Gabapentin genutzt noch eine Vorgeschichte von Demenz, Epilepsie, Schlaganfall oder Krebs hatten. Es wurden zwei gut vergleichbare Gruppen gebildet – eine Gruppe von Patienten, die Gabapentin verschrieben wurde, und eine Gruppe, die kein Gabapentin erhielt.
Die Gruppen wurden dann nach Alter, Geschlecht, weiteren Gesundheitsproblemen sowie dem Gebrauch von Schmerzmitteln angepasst und nach der Anzahl der verschriebenen Rezepte in Kategorien unterteilt – von drei bis zu zwölf oder mehr. Dieses Studiendesign half dabei, Gabapentin als die zentrale Variable zu isolieren und stärkte so die Zuverlässigkeit der Ergebnisse.
• Der Gebrauch von Gabapentin stand im Zusammenhang mit einer höheren Häufigkeit von kognitivem Abbau — Bei Patienten, die sechs oder mehr Gabapentin-Rezepte erhielten, war das Risiko, an Demenz zu erkranken, um 29 % höher, und das Risiko für eine leichte kognitive Beeinträchtigung war um 85 % erhöht im Vergleich zu jenen, die Gabapentin nie eingenommen hatten. Die Ergebnisse legen nahe, dass regelmäßiger Gabapentin-Gebrauch auch bei Personen mit geringem Risiko zu kognitivem Abbau führen kann.
• Jüngere Erwachsene waren dem größten Risikoanstieg ausgesetzt — In der Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen war das Risiko, mit Demenz oder leichter kognitiver Beeinträchtigung diagnostiziert zu werden, bei Gabapentin-Nutzern mehr als doppelt so hoch wie bei den kontrollierten Vergleichspersonen. Die Ergebnisse rufen Besorgnis hervor bezüglich neurologischer Effekte bei Menschen, die weit unter dem für kognitive Störungen typischen Alter sind.
• Mehr Rezepte führten zu einem höheren Risiko — Bei Patienten, die Gabapentin drei bis fünf Mal verschrieben bekamen, gab es keinen signifikanten Anstieg der kognitiven Diagnosen. Bei denen, die 12 oder mehr Verschreibungen erhielten, war das Risiko für Demenz jedoch um 40 % und das Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen um 65 % erhöht. Dies lässt darauf schließen, dass eher der chronische Gebrauch als die gelegentliche Verschreibung die beobachteten Veränderungen bedingt.
• Obwohl die Studie Einschränkungen aufweist, bleibt der Trend klar und stark — Da es sich um eine retrospektive Studie handelt, zeigen die Ergebnisse eher einen Zusammenhang als einen direkten Kausalzusammenhang auf. Es wurden keine Daten zu Dosis, Behandlungsdauer und Medikamententreue erfasst, und es ist möglich, dass einige kognitive Symptome bereits vor der offiziellen Diagnose aufgetreten sind.
Trotzdem spricht das eindeutige Dosis-Wirkungs-Verhältnis sowie die Stärke der Assoziationen, besonders bei jüngeren Erwachsenen, für die Notwendigkeit einer klinischen Überwachung. Die Forschenden kamen zu dem Schluss:
„Die Verschreibung von Gabapentin an Erwachsene mit chronischen Rückenschmerzen ist mit einem erhöhten Risiko für Demenz und kognitive Störungen verbunden, vor allem bei jüngeren Erwachsenen. Es wird empfohlen, dass Ärzte die kognitiven Ergebnisse bei Patienten, die Gabapentin verschrieben bekommen, überwachen.“
Da der off-label Einsatz von Gabapentin weiter steigt, weckt diese Studie zusätzliche Sorgen, dass Medikamente, die auf Nervensignale wirken, auch das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Gehirngesundheit auf unerwartete Weise beeinträchtigen könnten.
Eine frühere taiwanesische Untersuchung verknüpft Gabapentinoide mit Demenz
Zur Unterstützung dieser jüngsten Ergebnisse wurde eine retrospektive Kohortenstudie aus dem Jahr 2023 in Frontiers in Pharmacology veröffentlicht, die untersuchte, ob die langfristige Anwendung von Gabapentin oder Pregabalin mit einem erhöhten Demenzrisiko einhergeht. Die Forschenden nutzten Daten aus der National Health Insurance Research Database (NHIRD) von Taiwan, wobei der Fokus auf Erwachsenen lag, die zwischen 2000 und 2015 erstmals eines dieser Medikamente verschrieben bekamen.
• Daten belegen 45 % höheres Demenzrisiko — Die Analyse umfasste 206.802 Patienten, darunter 34.467, die Gabapentin oder Pregabalin über einen Zeitraum von mindestens 90 Tagen eingenommen hatten. Nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und anderen Gesundheitsbedingungen war das Risiko, Demenz zu entwickeln, bei Nutzern um 45 % höher als bei Nicht-Nutzern. Das erhöhte Risiko zeigte sich sowohl bei Männern und Frauen als auch bei einer Vielzahl von Begleiterkrankungen konstant.
• Jüngere Erwachsene wiesen ein unverhältnismäßig hohes Risiko auf — Bei Patienten unter 50 Jahren war das Demenzrisiko bei denen, die Gabapentin oder Pregabalin einnahmen, mehr als dreimal so hoch wie bei ähnlichen Patienten, die diese Medikamente nicht verwendeten. Diese Erkenntnis weckt die Sorge, dass jüngere Gehirne, die eine höhere Plastizität aufweisen und Medikamente anders verarbeiten, besonders anfällig für langfristige kognitive Auswirkungen sind.
• Das Risiko steigt mit der kumulativen Dosis — Ähnlich wie die Forschung in Regional Anesthesia and Pain Medicine zeigte diese Studie eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Demenzrisiko und der Anwendung von Gabapentin oder Pregabalin. Personen mit niedriger kumulierter Exposition wiesen keinen signifikanten Anstieg des Risikos auf, während bei Hochdosis-Nutzern das Risiko deutlich erhöht war.
• Biologische Mechanismen erklären die kognitiven Auswirkungen — Wie bereits erwähnt, binden Gabapentin und Pregabalin an die Alpha-2-Delta-Untereinheit der spannungsgesteuerten Kalziumkanäle, was das Gleichgewicht zwischen erregenden und hemmenden Signalen im Gehirn beeinflusst.
Die Studie lieferte zusätzliche Erkenntnisse und stellte fest, dass Alpha-2-Delta-Untereinheiten im Hippocampus, dem Gedächtniszentrum des Gehirns, übermäßig exprimiert werden, was diese Region besonders empfindlich gegenüber langfristigen Störungen macht.
Diese Ergebnisse erweitern das Verständnis anderer Studien, die einen Zusammenhang zwischen Gabapentin und kognitivem Abbau zeigen. Das Muster lässt sich nicht auf ein einzelnes Land, ein bestimmtes Medikament oder eine einzige Methodik beschränken. Stattdessen zeigt es sich in großen Populationen und unabhängigen Datensätzen, was auf eine breitere, konsistentere Besorgnis hinweist.
Was sind die weiteren gesundheitlichen Auswirkungen von Gabapentinoiden?
Trotz ihrer breiten Verschreibung und der Darstellung als risikoarme Alternative zu Opioiden steht diese Wahrnehmung immer mehr im Widerspruch zu den tatsächlichen Ergebnissen. Neben ihren beruhigenden Wirkungen haben diese Medikamente Auswirkungen auf verschiedene Systeme im Körper. Zu den weiteren langfristigen Nebenwirkungen gehören unter anderem:
• Kognitive und psychiatrische Auswirkungen — Viele Patienten berichten von Schläfrigkeit, Schwindel, Lethargie, einem sich ausbreitenden Gefühl von geistiger Benommenheit, verlangsamtem Denken und emotionaler Gefühllosigkeit. Im Laufe der Zeit stören diese Effekte das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die emotionale Ausgeglichenheit. Auch Pregabalin steht im Zusammenhang mit Episoden von Verwirrung, Unruhe, Halluzinationen und sogar Psychosen.
• Atembeschwerden — Im Jahr 2019 warnte die Food and Drug Administration (FDA) in den USA vor Gabapentin und seiner Rolle bei der Atemdepression, besonders wenn es zusammen mit Opioiden oder anderen zentralen Nervensystem-Depressiva eingenommen wird. Selbst Standarddosierungen können bei älteren Erwachsenen, Personen mit Lungenerkrankungen oder Patientinnen und Patienten, die sedierende Medikamente einnehmen, die Atmung gefährlich verlangsamen.
• Körperliche Beeinträchtigungen und Koordinationsstörungen — Dauerhafter Gebrauch kann mit Gewichtszunahme, Schwellungen (peripheren Ödemen), Störungen des Verdauungssystems und Müdigkeit einhergehen. Viele Anwender berichten außerdem über Ataxie, also einen Koordinationsverlust, der ein unsicheres oder „aus dem Gleichgewicht geratenes“ Gefühl verursacht. Diese Nebenwirkungen sind besonders für ältere Erwachsene mit erhöhter Sturz- oder Gebrechlichkeitsgefährdung riskant.
Selbst wenn Patienten die Einnahme von Gabapentinoiden beenden möchten, ist das nicht immer einfach, da diese Entzugssymptome wie Angst, Schlaflosigkeit, Unruhe und Übelkeit auslösen können. 17 Diese Belastung hält die Patienten in einer Langzeitanwendung fest, selbst wenn der Nutzen unklar oder gar nicht vorhanden ist.
Chronische Beschwerden im unteren Rücken ohne langfristige Medikation behandeln
Für Betroffene mit dauerhaften Beschwerden im unteren Rücken geht es häufig darum, eine langfristige Verbesserung zu erreichen, ohne sich auf Medikamente wie Gabapentin in einer Langzeittherapie zu stützen. Die gute Nachricht ist, dass es lebensstilorientierte Strategien gibt, die nicht nur Schmerzen und Einschränkungen reduzieren, sondern auch die zugrunde liegenden Ursachen chronischer Beschwerden adressieren, darunter:
1. Mehrmals täglich spazieren gehen, auch wenn es nur kurze Strecken sind — Viele Menschen gehen davon aus, dass man mit dem Gehen warten sollte, bis sich die Schmerzen bessern; dennoch gehört es zu den zentralen Maßnahmen für die Erholung. Spaziergänge von rund zwei bis fünf Minuten unterstützen eine schonende Kompression und Dekompression der Wirbelsäule, fördern die Rehydrierung der Bandscheiben und aktivieren die stabilisierenden Muskulaturgruppen. Mehrmaliges Gehen täglich trägt zudem dazu bei, Hüfte und unteren Rücken zu lockern, besonders wenn es regelmäßig und nicht nur in einer einzigen langen Einheit erfolgt.
2. Sitzende Phasen unterbrechen — Längeres Sitzen, sei es am Schreibtisch, im Auto oder auf dem Sofa, erzeugt dauerhaften Druck auf die Bandscheiben der Wirbelsäule und schwächt die Haltungs- und Stützmuskulatur. Selbst kleine Unterbrechungen des Sitzens bewirken eine positive Wirkung.
Stehpausen alle 20 bis 30 Minuten, Positionswechsel oder langsame Bewegungsübungen helfen, den Körper zu aktivieren und neu zu justieren. Ein Stehpult mit einem Laufband ist ebenfalls hilfreich. Über einen längeren Zeitraum schützt dies die Gewebe der Wirbelsäule und reduziert das Auftreten von Schmerzepisoden.
3. Stärkung der Rumpf- und Gesäßmuskulatur — Rückenschmerzen haben selten nur lokale Ursachen im Rücken. Bei unzureichend trainierten Bauch- und Gesäßmuskeln muss die Wirbelsäule mehr Belastung kompensieren. Durch gezieltes Training wie Bird-Dogs, Hüftbrücken und Wand-Sitzen kann die Körperbalance wiederhergestellt und die Entstehung von schmerzerhaltenden Bewegungsmustern verhindert werden. Diese Übungen sind leicht durchführbar, benötigen keine Ausrüstung und lassen sich je nach Fitnesslevel variieren.
4. Kleine Bewegungspausen und Stressabbau — Rückenschmerzen nehmen oft zu, wenn Spannung und Stress steigen. Daher wirken kurze, integrierte Entspannungsübungen im Alltag positiv. Langsames, gleichmäßiges Atmen und sanfte Bewegungen wie Kopfkreisen helfen, die Muskelverspannungen und die mentale Anspannung zu lösen, die Schmerzen verstärken. Alle paar Stunden einen Moment innehalten, die Augen schließen und tief durch die Nase einatmen.
Atme ebenso langsam aus und ermögliche deinem Körper, sich aus dem angespannten, ängstlichen Zustand zu lösen. Das beruhigt das Nervensystem und senkt die Stresshormone, die Schmerzen verstärken können. Anschließend eine leichte, fließende Bewegung ausführen. Die Arme über den Kopf heben, ein paar einfache Ausfallschritte machen oder die Wirbelsäule dehnen. Es geht nicht um Belastung, sondern darum, den Kreislauf in Schwung zu halten und Anspannungen zu vermeiden.
5. Ernährung und Gewichtskontrolle priorisieren — Übergewicht übt eine ständige Belastung auf die Wirbelsäule aus, vergleichbar mit dem Tragen eines schweren Rucksacks. Zur Entlastung der Wirbelsäule empfiehlt es sich, stark verarbeitete Nahrungsmittel zu vermeiden, die Saatenöle mit Linolsäure enthalten, welche die Mitochondrienfunktion stören können. Stattdessen sollte der Körper mit vollwertigen Lebensmitteln und ausreichend gesunden Kohlenhydraten versorgt werden, um eine gleichmäßige zelluläre Energie bereitzustellen.
Bereits kleine Veränderungen in der Ernährung reduzieren die Belastung, welche die Wirbelsäule bei jedem Schritt tragen muss. Wenn das Gewicht reduziert wird, fällt Bewegung einfacher und verursacht weniger Schmerzen. Gleichzeitig steigert sich die Ausdauer, was es erleichtert, aktiv zu bleiben und tägliche Gewohnheiten zu entwickeln, die eine langfristige Genesung fördern.
6. Erwäge den Einsatz von Dimethylsulfoxid (DMSO) — Wer chronische Rückenschmerzen zusätzlich lindern möchte, ohne dauerhaft Medikamente zu nehmen, sollte DMSO in Betracht ziehen – eine natürliche Substanz, die seit Jahrzehnten zur Reduktion von Entzündungen, zur Schmerzlinderung und zur Förderung der Gewebeheilung verwendet wird.
Seine Fähigkeit, tief in Gewebe einzudringen und andere Substanzen mitzutransportieren, hat zu zahlreichen erfolgreichen Therapien geführt, insbesondere bei muskuloskelettalen Verletzungen und chronischen Schmerzsyndromen.
Jeder dieser Ansätze bekämpft die Ursachen chronischer Rückenschmerzen, ohne auf Gabapentinoide angewiesen zu sein.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Gabapentin und seinen kognitiven Auswirkungen
F: Wofür wird Gabapentin angewendet?
A: Gabapentin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie genehmigt wurde. Heute wird Gabapentin oft off-label verschrieben, um chronische Nervenschmerzen, Fibromyalgie, Angstzustände und Migräne zu behandeln.
F: Ist die langfristige Anwendung von Gabapentin unbedenklich?
A: Langfristiger Gebrauch von Gabapentin ist weit verbreitet, jedoch haben neuere Studien das häufige Einnehmen mit einem erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigungen und Demenz in Verbindung gebracht, insbesondere bei hohen Verschreibungsmengen oder längeren Einnahmezeiträumen.
F: Wer ist am stärksten von den Nebenwirkungen von Gabapentin betroffen?
A: Ältere Menschen, Personen, die mehrere Medikamente einnehmen, und solche mit einer Vorgeschichte von psychischen oder Suchtproblemen weisen ein höheres Risiko für Nebenwirkungen von Gabapentin auf.
F: Welche Alternativen gibt es zu Gabapentin bei chronischen Rückenschmerzen?
A: Lebensstilbasierte Maßnahmen wie regelmäßiges Gehen, Kräftigung der Rumpfmuskulatur, das Aufbrechen von sitzender Tätigkeit, Stressbewältigung und Ernährungsverbesserung zeigen, dass sie chronische Schmerzen und Behinderungen reduzieren können – ganz ohne die langfristigen Risiken von Medikamenten.
F: Was ist DMSO und wie hilft es bei Schmerzen?
A: Dimethylsulfoxid (DMSO) ist eine natürlich gewonnene Verbindung, die zur Reduzierung von Entzündungen und zur Unterstützung der Gewebereparatur eingesetzt wird. Es dringt tief in Muskeln und Gelenke ein, was es zu einer hilfreichen Option zur Schmerzlinderung macht.
🔍Quellen und Referenzen
- Cleveland Clinic, Chronic Pain
- Injury Epidemiology, Volume 11, Article Number: 59 (2024)
- Reg Anesth Pain Med. 2025 Jul 10:rapm-2025-106577
- StatPearls [Internet]. Gabapentin
- Ain-Shams Journal of Anesthesiology, Volume 13, Article Number: 63 (2021)
- Korean J Pain. 2021 Jan 1;34(1):4–18
- Front Pharmacol. 2023 May 30;14:1128601
- CMAJ. 2019 Jan 14;191(2):E47
- Mayo Clinic, Gabapentin
- BMC Pharmacol Toxicol. 2020 Feb 28;21:16
- U.S. FDA, January 30, 2020
- Medicines (Basel). 2023 Sep 6;10(9):52
- American Addiction Centers, Gabapentin Withdrawal Symptoms, Signs and Side Effects